Sony will den japanischen Objektivhersteller Tamron vollständig übernehmen. Das berichtet die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei(öffnet im neuen Fenster) . Tamron bestätigte inzwischen, ein unverbindliches Übernahmeangebot erhalten zu haben, und prüft dieses über einen eigens eingesetzten Sonderausschuss.
Finanzielle Details nannten die Unternehmen nicht. Medienberichten zufolge könnte die Transaktion mit rund 200 Milliarden Yen (etwa 1,2 Milliarden US-Dollar) bewertet werden, meldet Reuters.
Sony hält bereits knapp 15 Prozent an Tamron und ist damit einer der größten Anteilseigner. Tamron selbst kommt auf eine Börsenbewertung von rund 1,18 Milliarden US-Dollar. Der Objektivhersteller entwickelt und produziert seit Jahrzehnten Wechselobjektive und optische Komponenten – nicht nur für Kameras von Sony, sondern auch für andere Hersteller.
Was wäre mit den anderen Kameraherstellern?
Die Übernahme würde gut zu Sonys Strategie passen. Der Konzern ist Marktführer bei Bildsensoren und gehört auch im Kamerageschäft zu den wichtigsten Anbietern. Mit Tamron könnte Sony die Entwicklung und Fertigung von Objektiven enger mit seiner Kameraplattform verzahnen, Entwicklungszeiten verkürzen und die Position des E-Mount-Systems weiter stärken.
Gleichzeitig sichert sich Sony zusätzliche Fertigungs- und Entwicklungsressourcen in einem Bereich, in dem hochwertige Optiken als entscheidender Wettbewerbsvorteil gelten.
Für Fotografen stellt sich vor allem eine Frage: Bleibt Tamron auch künftig ein unabhängiger Anbieter für mehrere Kamerasysteme? Das Unternehmen verkauft seine Objektive inzwischen nicht mehr nur für Sony E-Mount, sondern auch für Nikon Z, Canon RF und Fujifilm X. Ob sich daran nach einer Übernahme etwas ändern würde, ist unklar.